NEWS

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WILLIAM ANASTASI
ONE MORE. In Memoriam: Sol LeWitt
31. Mai - 31. August 2008
Esbjerg Museum, Esbjerg
www.eskum.dk

The Title of This Show Is a List That Includes The Dates
in Which Each of the Exhibited Works Were First Made,
The Dates In Which Some of Them Were Remade By
The Artists And The Dates In Which They Were Last Shown

Gruppenausstellung
30. Mai - 04. September 2008
Jan Mot, Belgien
www.janmot.com


THOMAS ERDELMEIER
Die Welt soll zunächst so bleiben, wie sie ist
Gruppenausstellung
06.Juni - 24. August. 2008
Kunsthalle Mainz
www.kunsthalle-mainz.de

Fluchten
Gruppenausstellung
08. August - 07. September 2008
Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
www.walkmuehle.net


ANDREAS GEFELLER
Angelandet. Die Sammlug im neuen Haus.
08. Mai - 24. August 2008
Gruppenausstellung
Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus
www.museum-dkw.de


JOCHEM HENDRICKS
Sand: Memory, Meaning and Metaphor
29. Juni - 14. September 2008
The Parrish Art Museum, Southampton NY
www.parrishart.org


MICHAEL KUNZE
Vertrautes Terrain. Aktuelle Kunst in & über Deutschland
Gruppenausstellung
22. Mai - 21. September 2008
ZKM Museum für Neue Kunst, Karlsruhe
www.zkm.de


SIMON PASIEKA
Christina Doll + Simon Pasieka
Skulptur + Malerei

06. Juli - 14. September 2008
Kunsthalle Lingen
www.kunsthalle-lingen.de


PETER SAUERER
Peter Sauerer und Trude Friedrich

15. August - 28. September 2008
Neue Galerie im Höhmann-Haus, Augsburg
www2.augsburg.de


PETER TORP
Fluchten
Gruppenausstellung
08. August - 07. September 2008
Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
www.walkmuehle.net


ELMAR TRENKWALDER
Elmar Trenkwalder
11. Juni - 07. September 2008
La Maison Rouge, Paris
www.lamaisonrouge.org


HERBERT WARMUTH
Herbert Warmuth. Mein Hemd usw.
22. Juni - 24. August 2008
Museum Goch, Goch
www.museum-goch.de

Cardiagutt...
09. August - 13. September 2008
ATELIERFRANKFURT, Frankfurt
Projektraum im 1. OG
(Cardiagutt ist Teil einer Ausstellungsreihe,
zu der im Verlag für moderne Kunst Nürnberg
der Katalog "Mein Hemd usw." erscheint.)
www.atelierfrankfurt.de


CHRISTIAN WEIHRAUCH

Fluchten
Gruppenausstellung
08. August - 07. September
Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
www.walkmuehle.net






VORSCHAU

Peter Torp

30. August - 04. Oktober 2008

Current Exhibition

Benjamin Houlihan

13.06.08 bis 26.07.08

VIEW CURRENT EXHIBITION

Ausstellung verlängert bis 16. August 2008 (Besichtigung nach telefonischer Vereinbarung)


Die etwas andere Sicht auf die Dinge

Einen Lichteinfall haptisch greifbar machen zu wollen erscheint zunächst als ein schwieriges, eigentlich undenkbares Unterfangen, ist Licht doch etwas immaterielles, leichtes, das kein Volumen im dreidimensionalen Sinne einer Skulptur herausbildet. Ausgesprochen positiv besetzt, wird Licht und seine Wirkung in den räumlichen Situationen unseres Alltags maximal zu einem markanten Formenspiel, jedoch nicht plastisch wahrgenommen.

Bei Benjamin Houlihan (1975), Meisterschüler Georg Herolds, dessen Arbeit erstmalig in einer Einzelausstellung gezeigt wird, verkehrt sich diese Wahrnehmung in ihr Gegenteil, denn im Grunde ein bestimmtes Raumvolumen umschreibend oder einhüllend, nimmt der Lichteinfall für ihn eine konkrete Gestalt an, die es dann zu materialisieren gilt. Die Ausgangsidee entlehnt dabei zunächst vielmehr den beobachtbaren Einflüssen des Lichtes als dem Licht selbst und motiviert Arbeiten wie Philipps Stuhl, der von seinem eigenen in Gips transferierten Schattenwurf flankiert wird. Basiert diese Licht-Schatten-Situation noch auf der Einwirkung des natürlichen Sonnenlichtes, arbeitet Houlihan bei seinen aktuellen Arbeiten mit dem strahlenförmigeren Lichteinfall künstlicher Lichtquellen durch ein Fenster bei Nacht. Die Zielsetzung ist die aus der exakten Ausmessung des Lichteinfalls vom Fenster bis zum Boden hervorgehende formale Materialisierung einerseits sowie die bestmögliche artifizielle Nachahmung seiner ästhetischen Wirkung andererseits. Um letzterer zu entsprechen, überzieht Houlihan die Oberfläche seiner Aluminium-Skulpturen mit einem sogenannten Flip-Flop-Lack, der das Licht in seine Farbspektren aufbricht und die Skulptur maximal glänzen und abhängig vom jeweiligen Blickwinkel und den Lichtverhältnissen changieren lässt, so das ihre eigentliche Farbgebung nur schwer zu fassen ist. Dass die unkontrollierbare Wirkung des Lichtes auf die Skulptur ein kalkulierter Effekt ist, ergibt eine paradoxe Dopplung, denn im Grunde erzeugt es seinen eigenen Glanz, generiert seine eigene momenthafte Wirkung.

Benjamin Houlihan konterkariert jedoch nicht nur unsere Sehgewohnheiten indem er sichtbar macht, was wir nicht sehen, sondern auch indem er dem vermeintlichen Unbedeutenden und Alltäglichen, das wir über- oder nicht mehr sehen, einen eigenen ästhetischen und bedeutungstragenden Wert zuspricht. Humorvoll, bisweilen ironisch wird ein in ein übermenschliches Format übersetztes Detail des Wasserbehälters eines Bügeleisens gegen die Wand gelehnt zu Johannes dem Täufer (2003). Dass seine Frau hingegen (seine Frau weiter hinten, 2005), die ebenfalls gestützt als undefinierbares, maschinell anmutendes schwarzes Objekt obwohl im gleichen Maßstab vergrößert, im direkten Vergleich dennoch zu klein, ‚weiter hinten’ steht, ist für Houlihan logische Konsequenz. Diesem veristischen Anspruch entsprechend, muss das 2008 entstandene Kind der biblischen Familie „physiognomische“ Eigenheiten beider Elternteile wiederaufnehmen und kann - aus einer schwarz-weißen Mischehe hervorgegangen - nur braun sein, steht jedoch in seiner gleichzeitig individuellen Form in der neuen Generation eigenständig, ohne stützende Hilfsmittel. Die zum Teil enorme, für den Betrachter zunächst absurde Größe der Skulpturen ist Ausdruck der biblisch-historischen Größe der Namensgeber, verändert dabei jedoch nicht nur den Blick auf den alltäglichen, meist zufällig entdeckten Gegenstand, sondern modifiziert die gesamte Raumwahrnehmung.

Sich in erster Linie als Bildhauer verstehend umfasst die Arbeit Houlihans neben Skulpturen auch Installationen sowie Zeichnungen und reicht bis ins Performative, wobei die rationalen, berechnenden Überlegungen aus denen seine Skulpturen hervorgehen, in seinen Zeichnungen einer spürbaren Emotionalität weichen. Unabhängig von welchem Medium bis hin zur Präsentation der Arbeiten selbst, wird dabei der Bruch mit wahrnehmungstechnischen Erfahrungswerten und konventionellen Sichtweisen zur Konstante.


Uta Ruhkamp



Künstler:
Benjamin Houlihan